Praxis gründen
Was ein eigener Praxisraum wirklich kostet – und was du dir sparen kannst

Praxis gründen

Wenn wir Coaches und Therapeut:innen zum ersten Mal treffen, kommt eine Frage meistens nach zehn Minuten: „Und was kostet mich das im Monat?“ Die ehrliche Antwort ist: Das hängt viel weniger am Quadratmeterpreis, als die meisten vermuten. Wir haben in den vergangenen Jahren vier Praxen eingerichtet und dabei ziemlich genau gelernt, welche Posten auf so einer Rechnung stehen – und welche man erst bemerkt, wenn die erste Abrechnung im Briefkasten liegt. Dieser Text ist der Überblick, den wir uns damals selbst gewünscht hätten.
Du siehst ein Inserat: 22 Quadratmeter, zentral, ein Preis kalt. Du rechnest ihn auf deine Klient:innenstunden um, es geht sich aus, und du schreibst die Besichtigungsanfrage. So weit, so vernünftig. Das Problem ist nur: Die Kaltmiete ist bei einer Praxis eher der Anfang der Rechnung als ihr Ergebnis.
Diese Posten tauchen in fast jedem Mietverhältnis auf. Einzeln ist keiner davon dramatisch – zusammen verschieben sie deine Rechnung deutlich, und die meisten fallen an, bevor die erste Klientin durch die Tür kommt.
Ein eigener Raum kostet an sieben Tagen die Woche Miete. Genutzt wird er bei den allermeisten an zwei oder drei. Wer zwei Tage pro Woche arbeitet, bezahlt also grob zwei Drittel der Miete für Zeit, in der der Raum leer steht und das Licht aus ist. Genau hier liegt der eigentliche Unterschied zwischen den Mietmodellen – nicht beim Quadratmeterpreis.
In München begegnen dir im Wesentlichen drei Varianten. Sie unterscheiden sich weniger im Preis pro Stunde als in dem, was du an Bindung, Aufwand und Risiko mitkaufst.
| Eigene Praxis | Tageweise Miete | Stundenweise Miete | |
|---|---|---|---|
| Bindung | Mietvertrag, oft mehrere Jahre | kurze Kündigungsfrist | keine |
| Kaution | meist drei Kaltmieten | je nach Anbieter, bei uns keine | keine |
| Einrichtung | kaufst und pflegst du selbst | ist da | ist da |
| Leere Tage | zahlst du mit | zahlst du nicht | zahlst du nicht |
| Fester Rhythmus für Klient:innen | ja | ja, dein Wochentag | wechselt oft |
| Material lagern | unbegrenzt | eigener Schrank üblich | selten möglich |
| Reinigung, Technik, Verwaltung | deine Aufgabe | inklusive | inklusive |
| Sinnvoll ab | vier bis fünf Praxistagen pro Woche | ein bis drei Praxistagen | einzelnen Terminen |
Es gibt kein Modell, das für alle richtig ist – aber es gibt für jede Phase eines, das besser passt als die anderen.
Der Übergang ist fließend, und er ist keine Einbahnstraße. Bei uns fangen viele mit einem Tag an, nehmen den zweiten dazu, wenn der erste voll ist – und ein paar sind irgendwann in ihre eigene Praxis gezogen. Das ist für uns kein Verlust, sondern genau das, was passieren soll.
Weil wir selbst oft nach Zahlen gesucht haben, hier unsere: Ein Wochentag im Monat kostet bei uns zwischen 200 und 250 Euro. Enthalten sind der eingerichtete Raum, Wartebereich, Teeküche, WLAN, Strom, Heizung, Nebenkosten und die wöchentliche Reinigung. Es gibt keine Kaution, keine Provision und drei Monate Kündigungsfrist. Umgerechnet auf die 4,3 Tage, an denen du den Raum im Monat nutzt, sind das rund 46 bis 58 Euro pro Praxistag – und du weißt beim Unterschreiben, was am Monatsende abgebucht wird.
Ob das für dich günstig ist, hängt von deinem Stundensatz und deiner Auslastung ab. Rechne es einmal für dich durch, so wie oben beschrieben. Wenn dabei herauskommt, dass eine eigene Praxis für dich sinnvoller ist, sag uns gern Bescheid – wir kennen ein paar Leute, die dir bei der Suche helfen können.
Wenn du magst, rechnen wir das gemeinsam durch. Wir zeigen dir die Räume, du bringst deine Zahlen mit, und am Ende weißt du, ob es passt – auch wenn die Antwort „noch nicht“ lautet.
Geschrieben von Rebekka Mirlach, zuletzt aktualisiert am 8. September 2026. Fragen dazu? Schreib uns einfach.
passend dazu

Wie geht's weiter?
Bei einem Kaffee und einem Rundgang – ganz ohne Verpflichtung. Und falls du erst mal nur Zahlen brauchst: frag uns einfach.
Oder ruf einfach an: +49 (0)151 74 20 95 30 (Rebekka Mirlach)